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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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Sein Geſicht deckte bald Bläſſe, bald Fieber⸗ gluth, da erhob ſie ſchüchtern und errothend den Blick zu ihm und fragte im mitleiosvol⸗ len Tone: „Iſt Euch nicht wohl, oder habt Ihr etwas auf Eurem Herzen? Mein Rath wird Euch nur von geringem Nutzen ſein, doch meine Theilnahme werdet Ihr wohl nicht verſchmaͤhen.“ Da ſank der kraͤftige Scharzfelfer, von der Gluth ſeiner Liebe gaͤnz⸗ ſch beſiegt, zu ihren Fußen nieder, faßte ihre

Hand und geſtand ihr ſeine Liebe. Thranen

floſſen uͤber das Antlitz der ſchoͤnen Irmgard, wie auf junge Roſen der Maienthau. Nach ei⸗ ner langen Pauſe gab ſie zur Antwort: „Ihr ſeid mir ſehr achtungswerth, Graf von Scharz⸗ fels, ich zweifle nicht, daß ich mit Euch glück⸗ lich werden würde, doch Ihr kennt des Vaters

WVillen.“ „Wie? ich duͤrſte hoffen, dürfte wa⸗

gen, Euren Vater um Eure Hand zu bitten?“ ſtieß der feurige Liebhaber raſch heraus und die Holbe lispelte erroͤthend: „Ja, ich geſtehe, doß mein Herz ſchon am erſten Tage Eures