22 Haar iſt weiß wie Schnee, denn faſt hundert
Wal ſah ich den kalten Winter kommen, faſt
hundert Mal das Feſt Freyas feiern droben auf dem Gipfel des Blocksberges, und dennoch
wollten die Goͤtter den Tag noch nicht kom⸗
men laſſen, wo ich die alten Beleidigungen
des Rudelburgers wett machen, wo ich mein
Schwert mit ſeinem und der Seinigen Blut färben konnte! Aber jetzt, jetzt! Segeſt zoͤgre nicht!“ Forſchend blickte er jetzt dem Scharz⸗
felſer ins Auge und als dieſer unwillkuͤrlich
das Haupt ſchuͤttelte, wandte er ihm den Ruͤcken und ging gemeſſenen Schrittes zur Halle hinaus, faſt unverſtaͤnblich dieſe Worte murmelnd: „Wohlan! der alte Sachſenſtei⸗ ner wird allein das Rachewerk vollziehn, ſoll⸗ te er auch dabei untergehen. Doch du, Geiſt des alten Waffenbruders, ſchau herab aus Wallhallas Schattengaͤngen, wie dein Sohn deine letzten Mahnungen achtet!“ Segeſt ſchau⸗ te ihm noch lange gedankenvoll nach, und


