Nach dem Monat Juni pflegte die ganze kleine Hof⸗ geſellſchaft von Pumpernickel, nach deutſcher Gewohnheit, aus einander zu ſtäuben, und da und dort hin, in hun⸗ dert verſchiedene Bäder zu reiſen, um dort eine Kur zu gebrauchen. In den Bädern ritt man auf Eſeln; ſpielte man auf den Redouten, wenn man Luſt und Geld hatte; that man ſich, mit Hunderten von Leuten gleicher Art, an den Tables d'Hote gütlich, und brachte ſo den Som⸗ mer mit Nichtsthun zu. Die engliſchen Diplomaten gin⸗ gen nach Töplitz und Kifſingen ab; ihre franzöſiſchen Ri⸗ vale dagegen machten ſich, nachdem ſie ihre Chancellerie geſchloſſen hatten, nach ihrem vlelgeliebten Boulevard de Gand auf. Die durchlauchtige regierende Familie ging ebenfalls ins Bad, oder zog ſich auf eines ihrer vielen Jagoſchlöſſer zurück. Jeder, der auf einige Bildung und Stellung Anſpruch machen konnte, ging fort: unter An⸗ dern natürlich auch Doctor von Glauber, der Hofarzt, mit ſeiner Baroneſſe. Die Badeſaiſon war immer die productivſte Periode in der Praris des Doctors: — er verband vas Geſchäft mit dem Vergnügen, und ſein Lieb⸗ lingsort war Oſtende, das von Deutſchen viel beſucht wird, und wo der Doctor ſich und ſeine Baroneſſe mit Seebädern regalirte.
Sein intereſſanter Patient, Jos, war für den Dor⸗ tor eine gar gute Milchkuh, und es gelang Letzterem leicht, den Civiliſten zu bewegen, daß er, ſowohl um ſei⸗ ner eigenen Geſundheit, als um der wirklich ſtark er⸗ ſchütterten Geſundheit ſeiner reizenden Schweſter willen, den Sommer in der genannten häßlichen Hafenſtadt zu⸗ brachte.
Emmy war es ſo ziemlich gleichgültig, wohin es ging. Georgy hüpfte vor Frende bei dem bloßen Gedan⸗ ken an eine vorzunehmende Ortsveränderung.
Was Becky betrifft, ſo nahm ſie, wie ſich von ſelbſt verſteht, in der ſchönen, von Herrn Jos gekauften Ba⸗


