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müſſen glaubte. Als Kamerad war er ſo mürriſch und ſchweigſam, daß die beiden Offiziere, ſeine Mitgefan⸗ genen, ihn großentheils ſich ſelbſt überließen, höchſt wahrſcheinlich nicht gar ſehr das liebten, was ſie von ihm wußten, ſich mit Würfel und Kartenſpiel, ſowie mit der Flaſche tröſteten, und ſich die Langweile ihrer Gefangenſchaft auf ihre eigene Weiſe vertrieben. Was Esmond betrifft, ſo kam es ihm vor, als ob er viele Jahre in dem Gefängniſſe verbringen müßte: auch war er gealtert und verändert, als er herauskam. Zu gewiſſen Zeiten unſeres Lebens leben wir in wenigen Wochen ganze Jahre, was die Gemüthsbe⸗ wegungen betrifft; — und wir blicken dann auf dieſe Zeiten zurück, als auf große Klüfte zwiſchen dem al⸗ ten und dem neuen Leben. Man weiß nicht eher, wie viel man während ſolcher kritiſchen Herzenskrankheiten leidet, als bis die Krankheit vorüber iſt, und man ſpäter darauf zurückblickt. Während der Zeit der Krankheit iſt das Leiden wenigſtens erträglich. Der Tag vergeht unter größeren oder kleineren Schmerzen, und die Nacht kommt auch immer zu Ende, in dieſer oder jener Weiſe. Erſt in ſpäteren Tagen ſehen wir, wie groß die Gefahr geweſen: — gleich wie ein Mann nach einer Jagd oder nach einem verzweifelten Ritte über einen Sprung nachſinnt, und ſich wundert, wie er denſelben hat überleben können. Oh! düſtere Monde des Schmerzens und der Wuth! des Unrechts und grauſamer Ausdauer! Der iſt nun alt, der ſich enrer noch erinnert. Schon längſt hat er der ſanften Hand, die ihn verwundete, verziehen, und ſie geſegnetz aber noch iſt die Spur zu ſehen, und es iſt die Wunde nur ver⸗ narbt: — keine Zeit, Thränen, Liebkoſungen, oder Reue vermögen die Narbe zu verwiſchen. Indeſſen mögen wir den Schmerz nicht ſo ganz geduldig hin⸗ nehmen und uns dabei beruhigen. Beficimus rates quassas: wir wagen uns aber und abermals wieder


