184
wieder angriffsweiſe zu Werke zu gehen. Er rechnete dabei auf die bereits ruchbar gewordene Ermordung des Markgrafen Diezmann, und glaubte, im erſten Schrecken mit leichter Muͤhe Eroberungen machen zu können. Sein erſter Zug war gegen Borna gerichtet, welcher Stadt er mit Feuereinwerfen und Stürmen hart zu⸗ ſetzte Allein er mußte auch hier empfinden, was Unterthanentreue vermag; denn es achteten die tapfern Bürger Borna's weder der Stür⸗ me, noch des Feuereinwerfens, und wehrten ſich mannlich gegen die Feinde. Mit Borna ging es alſo nicht ſo geſchwind, als der Naſſauer gewähnt hatte, und er ließ deshalb rund um die Stadt alles verwüſten, und die Wehrloſen, nach ſeiner Gewohnheit, niederhauen. Hieruͤber wurden die Bürger noch mehr erbittert, und fochten in einigen nächtlichen Ausfällen den er⸗ grimmten Löwen gleich. Der wackere Mag⸗ nus von Rehfeld war den Bornaern zwar mit einer ſtarken, reiſigen Schaar zu Huͤlfe gezogen, doch war ſie noch zu ſchwach, ſich mit den übermächtigen Kaiſerlichen im freien Felde zu meſſen, und er hoffte daher ſehnlich auf eine Vereinigung mit dem Landgrafen.


