Wie verſtehe ich Sie! erwiederte er nachſinnend.
Fuͤhlt ſich, fuhr ſie fort, Ihr Herz nicht doppelt ungluͤcklich? Ueber den Verluſt der Geliebten? Und uͤber den Verluſt eines ſchoönen Glaubens?
Wie ſollte er dieſe Frage deuten? In welcher Abſicht konnte ſie ſie thun?— Jeder Verluſt ſchmerzt, antwortete er langſam, wie jede entdeckte Täuſchung! Wohl wenn jene uns nichts Edles ver⸗ miſſen läßt und wenn —
Und wenn — fiel die Gräfin raſch ein, die letztere eine unverſchuldete iſt.
Sie ſprach die Worte im Tone ei⸗ nes leiſen Porwurfs. Sie ſchmerzten ihn ſonderbar. Gräfin! antwortete er. Iſt der Glaube an Liebe, an Treue, an Unſchuld ein Verbrechen?
Nein! erwiederte ſie beſtimmt; Liebe und Treue halten das Leben, ſie ma⸗
chen es aus; aber wenn der Menſch
ſich ungemaßigten Traͤumen hingiebt und


