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beiden Geliebten antreffen werden. Die Wahrheit zu ſagen, Ferdinande, ſeine Frechheit geht zu weit; er hat ſelbſt jene Sidonie verdient.“
„Kennen Sie die beiden Geliebten meines Bruders?“ mußte die Comteſſe doch fragen.
„Nun, die eine ſahen wir heute. Er hatte die Unverſchämtheit, ſie ſeiner ganzen Verwandtſchaft zu prä⸗ ſentiren. Oder war die Unverſchämtheit auf ihrer Seite?“
„Nein!“ ſagte die Comteſſe.
Wir kennen das entſchiedene Nein der Comteſſe Ferdinande.
„Ah“ ſagte die Gräfin Schleigheim, „Du willſt wohl Ihre Partie nehmen? Auch ihr Deine Liebe entgegentragen?“
„Meinen Haß wenigſtens nicht, Tante!“
„Du haſt wohl gar keinen Haß, Du erhabene Tu⸗ gendheldin!“
„Wenn es darauf ankommt, doch“, ſagte die Com⸗ teſſe Ferdinande.
Und gleich darauf fragte ſie:
„Haben Sie neuerdings Nachrichten von meiner Cou⸗ ſine Annette?“
Die Gräfin Schleigheim ſtutzte. Was wollte ihre Nichte unmittelbar nach der Antwort, daß ſie auch Haß haben könne, mit der Frage nach Annette? Es fiel ihr


