in der Nähe von Danzig gekommen. Das Kind war nach Verlauf eines Jahres geſtorben. Die Dame hatte Gefallen an der Erzieherin gefunden und ſie bei ſich behalten als Geſellſchafterin, noch mehr als Freundin.
Karoline Wild war ein treuer, edler, aufopfern⸗ der Charakter. Sie hatte ſich ſo bei der Erziehung, nachher bei der Pflege des Kindes bewieſen. Sie bewegte ſich ferner ſo gegenüber der Dame. Dieſe war kränklich; Karoline Wild blieb ihre treue P gerin, bis der Tod ſie von ihr trennte.
In dem Teſtamente der Dame fand ſich für Karo⸗ line Wild ein Vermächtniß von zweitauſend Thalern
ausgeſetzt; außerdem war ihr eine Menge der feinſten
Leinwand und der beſten Kleider der Verſtorbenen hinterlaſſen.
Ein Jahr vor dem Tode der alten Dame hatte Karoline Wild ſich mit einem jungen Kaufmann in Danzig verlobt.
Reinhard Sommer war gebürtig aus demſelben kleinen Städtchen, das die Heimat der Erzieherin war. Nur wenige Jahre älter als dieſe, war er mit dieſer zuſammen aufgewachſen, bis man ihn, fünf⸗


