Herz beklagte nur den Gefallenen, — wie könnte ich zweifeln, daß du dem unglcklichen, getaͤuſchten, verlaſſenen Bruder nicht deine
Theilnahme ſchenken wirſt? ich bedarf ihrer
— und welcher Troſt! wenn ich dieſe Theil⸗
nahme im Blick deiner ſeelenvollen Augen
leſen koͤnnte! — Aber nein, ich begehre ſol⸗ chen Troſt nicht, ich bin ſeiner nicht wuͤrbig, und mein ſchuldiges Hetz verdammt mich
ſelbſt zu der Buͤßung, fern von dir zu blei⸗
ben. — Doch, Anna, geliebte Schweſter! gewähre mir einen andörn Troſt, erfulle das Maaß deines Edelmuths; ilaube meiner Tochter, dir zu nahen!
Das arme, kleine, mutterloſe Weſen be⸗ darf eines Schutzes, einer Pflege, die ich ihm nicht gewaͤhren kann, welche Beruhigung, welches Glůͤck in meinem ungluͤck, ſie in deinen Händen, im Sonnenſchein deiner Liebe zu wiſſen! Ach! Anna, ſey der Schutz⸗ geiſt meines armen Kindes, wie du einſt der meinige warſt, du biſt es noch, du wirſt es
bleiben, und das Werk meines Wohls ſeg⸗
3


