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Ulrike und ich ſchließen uns immer inniger an einander, und doch befriedigt dieſe Liebe mein Herz nicht, ſo ſtrenge ich auch dieſe Ungenuͤgſamkeit an mir ſelber ruͤge. Sie iſt mir eine geliebte Theilneh⸗ merin froher Stunden, aber nie koͤnnte ich vor ihr Thränen vergießen, nie ihr vertrauen, daß ich leide und Schmerz fuͤhle. — Aus ihren Erzählungen und Unterredungen lerne ich Aloys von manchen Seiten kennen, die mir ſonſt, da ſie zu zart ſind, um in meinen Geſpraͤchen mit ihm beruͤhrt zu werden, un⸗ bekannt bleiben wuͤrden. Sie liebt den Bruder ſehr und iſt unerſchoͤpflich, ſobald ſich das Geſpräch auf ihn wendet, und ich erfahre durch ſie manchen Zug ſeiner Guͤte und ſeiner Charakterfeſtigkeit, der meine Achtung fur ihn erhoͤht.
Auch die Miſchung von Rauheit und Zart⸗ ſinn in ihm iſt mir klar geworden. Im Cadetten⸗ haus erzogen, kam er fruͤh in preußiſche Dienſte und ward im Lauf des Rheinfeldzugs Officier. Nach dem Frieden erhielt das Dragoner-Regiment, bei dem er ſtand, elende, kleine Staͤdte zum Stand⸗ quartier, ſo daß er mit ſeinem Umgang ganz auf ſeine Cameraden beſchränkt war. Vor zwei Jahren loſete er mit ſeinem juͤngern Bruder um das vom


