Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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fruͤh fing ſie an ſich zu beobachten, zu pruͤfen, und nach dem Einen, was ihr Noth ſchien, zu ſtreben. Myſtik und Glaube waren ſo durch alle Adern ihres Gemuͤths gegangen, daß man ſie nicht von dieſem loͤſen konnte, ohne es unheilbar zu verwunden, und auch hier trat jetzt ein feindſeliges Weſen zu ihr, und fuͤhrte ſie aus den Blumengefilden ihres leben⸗ digen Glaubens in die Wuͤſte einer todten Specu⸗ lation. Dieſe Religionsſtunden beſuchte mit Nata⸗ lien die Tochter eines ſehr angeſehenen Kaufmanns, Emma Buſch. Die beiden Maͤdchen kannten ſich bis zu dieſem Zeitpunkt wenig, kamen ſich aber ietzt näher, und Natalie, deren Weg zum Hauſe des Predigers bei Emma's Wohnung vorbei fuͤhrte, holte dieſe gewoͤhnlich ab. Hier lernte Emma's Va⸗ ter ſie kennen. Dieſer, ein Spötter alles Heiligen und Schoͤnen, und der Apoſtel einer Lehre, die Alles frech verlacht, was die Farbe eines tieferen und ſeli⸗ geren Lebens traͤgt, fand Natalie mit ihrem ſinn⸗ und geiſtvollen Blick, und ihrem zu ihrem Alter ſo wenig paſſenden truͤben Ernſt ſo auffallend, daß er ſich ihr näherte. Emma theilte ihm einige Aufſaͤtze mit, worin Natalie niedergelegt hatte, was ſie von den Lehren des Predigers in ihrem Herzen bewahrte,