Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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nen — aber der milde, troͤſtende Ton der fremden Stimme zerſprengte die Huͤlle der tiefen Verſchloſ⸗ ſenheit, die gewöhnlich das wunde Herz der armen Kleinen deckte, und ſie weinte ſich an dem ftemden, theilnehmenden Herzen recht ſanft aus. Aber keine Klage, kein Vorwurf kam uͤber ihre Lippen — ſie hatte nur Thränen, die aber noch lange, noch viele Jahre nachher, ſchmerzend bei dieſer Erinnerung floſſen.

Das erſte Wiederſehen der Mutter und Toch⸗ ter bei der Ruͤckkehr vom Lande war ruͤhrend. Die Ungerechtigkeit des Vaters, und das Monat lange Entbehren des geliebten Kindes machten die Mutter muthiger, ihre Liebe fuͤr Natalie zu zeigen, deren dankbares Herz dieſer erhoͤhten Zärtlichkeit einen Werth gab, der ihre eigne Liebe zur heißeſten Schwärmerei erhobo. Auch ihre Schweſter Eliſe wurde ihr immer theurer. Sie trennte ſich wenig von ihr, und obgleich ſie ſelbſt nie mit einer Puppe geſpielt hatte, naͤhte ſie doch jetzt haͤufig und viel fuͤr die Puppe der Schweſter. Dabei lehrte ſie ſie leſen und erzählte ihr Geſchichten, die ſie fuͤr das Alter der Schweſter artig und faßlich einzukleiden wußte. Auch war ihr die Kleine faſt ganz uͤbergeben, und