Teil eines Werkes 
2. Band (1830)
Entstehung
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Oft hatte Amala's Herz in den Stunden ſchmerz⸗ licher Trauer um Marabelli ihrem Geiſt eine Frage uͤber die Raͤthſel des Verhaͤngniſſes vorgelegt, auf die er ihr verſtummend die Antwort ſchuldig blieb; allein aus dem Heiligthume ihres Gemuͤths rang ſich in eigener Kraft der Glaube hervor, in deſſen Klar⸗ heit ſich alle Dunkelheiten unſerer Erdenſchickſale lö⸗ ſen. Ihre Liebe zu Marabelli wurde fuͤr ſie, was jede wahre Herzensliebe ſtets wird, eine Offenbarung der goͤttlichen Liebe, die ihr das Leben frei und den Tod ſchoͤn machte. Sie erkannte, daß nicht das Gluͤck des Beſitzes, ſondern die Liebe ſelbſt das hochſte Gut iſt, was hienieden erſtrebt werden kann. Der ſchönſte Inhalt unſers geiſtigen Lebens iſt auf Erden ſelten mehr als Traum und Ahnung, deren wir uns aber erfteuen ſollen, im Vorgefuͤhl der ewigen Er⸗ fuͤlung deſſen, was die Sehnſucht unſers Geiſtes und unſers Herzens uns verheißt. Marabelli's Tod

heiligte und reinigte Amala's Herz ihr Leben blieb

dem Frieden geweiht, den wir gewinnen, wenn uns die Verwirrung des Lebens losläßt, und Alles das mild beſänftigend als hoͤhere Fuͤgung vor uns tritt, was uns als Zufall und Willkur tief verletzte. Die⸗ ſer Friede blieb das Gluͤck und der Lohn ihres Her⸗ zens, und gewährte ihr Troſt fuͤr das, was fuͤr ſie im Leben untergegungen war, um fuͤr ſie zur himm⸗ liſchen Hoffnung zu werden.