Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Gallerie für den Sommer einen Aufenthaltsort voll Schatten und Kühle.“

„Das iſt wahrhaftig ein Mährchen aus Tauſend und eine Nacht! Welcher Phantaſie bedurfte es nicht, um ſo viel Wunder des Geſchmacks und der Wohl⸗ habenheit in einem ſo kleinen Raum zu vereinigen!. .. Und der Erfinder erſchien nicht?“

„Er erſchien erſt, nachvem alle dieſe Anordnungen beendigt waren.“

„Und Du biſt nicht ſo neugierig geweſen, daß Du zu erfahren ſuchteſt, wer dieſer geheimnißvolle Nachbar war? Ich, ich geſtehe es, wäre der Verſuchung nicht widerſtanden!“

Valentine lächelte traurig und erwiederte:

„Der Zufall wollte, daß die Schweſter eines alten Haushofmeiſters von Herrn von Infreville die einzige Dienerin dieſes geheimnißvollen Rachbars war. Von ihrem Bruder unterrichtet, hatte ſogar dieſe Frau ihrem Herrn die genannte Wohnung und den Garten bezeich⸗ net; eines Tags gab ich meiner Neugierde nach und fragte unſern Haushofmeiſter, ob er wüßte, wer das Frogeſchoß des Nachbarhauſes bewohnen ſollte; er ſagte mir, ſeine Schweſter ſei im Dienſte des neuen Mieths⸗ mannes. So erfuhr ich gewiſſe Einzelheiten über ihn, die nur zu ſehr meine Theilnahme erregten.“

„Wahrhaftig! Und wer war er, meine liebe Va⸗ lentine?“

„Es gab, wie man ſagte, auf der Welt keine beſſere Seele, als die ſeinige; um Dir nur ein Bei⸗ ſpiel unter anderen anzuführen: als er beim Tode eines Oheims, von dem er beträchtliche Güter erbte, mehrere Dienſtboten annehmen wollte, ſagte ihm die alte Die⸗ nerin, von der ich geſprochen und die ſeine Amme ge⸗ weſen war, mit Thränen in den Augen, nie könnte ſie ſich daran gewöhnen, andere Dienſtboten außer ihr bei ihm zu Vergebens verſprach er ihr, ſie würde

Die ſieben Todſünden. 3