Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Worte von Dame Robert beunruhigt, betroffen von dem Ausdruck der Züge ihres Mannes.

Yvon, der nichts von dem Verdacht ſeiner Frau wußte und alle mögliche Maßregeln getroffen hatte, um die Er⸗ eigniſſe des Tags vor ihr zu verbergen, näherte ſich ſachte, blieb dann einige Schritte von ſeiner Frau ſtehen und ſagte lächelnd:

„Nun, Jenny, wie findeſt Du mein Coſtume? ich hoffe, ich bin den alten Ueberlieferungen meines Heimath⸗ landes getreu und werde bei dieſem Feſte die Bretagne würdig vertreten!“

„Gewiß, mein Freund,“ erwiederte verlegen die junge Frau, „die Tracht Deines Landes ſteht Dir vortrefflich.“

„Wahrhaftig? Nun! ich bin entzückt,“ ſagte Yon. Und er küßte ſeine Frau voll Inbrunſt und ſuchte ſo die peinlichen Beſorgniſſe, die ſich in ihm zerarbeiteten, zu vergeſſen. „Du weißt, meine Liebe, welchen Werth ich auf Deine Billigung ſelbſt bei den geringfügigſten Din⸗ gen lege.“

„Ja,“ ſprach Madame Cloarek gerührt, „ich weiß, welche Zärtlichkeit Du für mich hegſt, welche Bereitwillig⸗ keit Du für meine geringſten Wünſche haſt.“

„Ein ſchönes Verdienſt! Oh! es iſt ſo gut, ſo ſüß, meine Jenny, vor Dir dieſen ſchlimmen, harten bretagni⸗ ſchen Kopf zu beugen und zu Dir zu ſprechen: „„Für Dich entſage ich meinem Willen beſiehl, ich werde gehorchen!““

„Guter Yon, wüßteſt Du, wie glücklich Du mich machſt, wenn Du ſo ſprichſt . heute beſonders!“

Dieſe letzten Worte erregten die Aufmerkſamkeit von Yrvon nicht und er erwiederte:

„Sage, was iſt das kleine Glück, das Du mir ver⸗ dankſt, meine Liebe, gegen die himmliſche Seligkeit, die ich Dir zu verdanken habe? Höre,“ fügte er bei, während er auf die Wiege zuging, „dieſeñ kleinen Engel, der die Freude meines Lebens bildet, wer hat ihn mir geſchenkt?“