Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 1. bis 3. Bändchen (1847) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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mäßige Summe beſchränkt, welche mein Gatte nur ungern für dieſe Ausgabe zu bewilligen, ſich herbeigelaſſen hat . wo könnte ich einen Lehrer finden, ſo wie ihn Ihr Freund ſchildert? Und wie ſollte ich es überdies machen, daß ihn Frederik in dem gereizten Zuſtand, in dem er ſich befindet, an⸗ nähme? Und dann, je mehr ein Lehrer Bewußtſein ſeines Werthes, ſeines Eifers und ſeiner Würde hat, deſto weniger wird er ſich den Heftigkeiten meines Sohnes aus⸗ ſetzen wollen. .. Ach! Sie ſehen, ich muß auf dieſes Mittel verzichten, deſſen ganzen Werth ich jedoch an⸗ erkenne.“

Und die junge Frau fuhr in dem Briefe fort:

„Wenn Madame Baſtien aus beſonderen Gründen nicht ſich einen Lehrer beizugeſellen wünſcht, ſo bleibt ihr ein Mittel, das vielleicht die Seele von Frederik nicht gründlich heilen, ihn aber nothwendig von der ſiren Idee, von der er beherrſcht zu ſein ſcheint, abziehen wird; ſeine Mutter müßte nämlich ſo bald als möglich eine lange Reiſe mit ihm antreten . .

„Den Entſchluß, mit meinem Sohn zu reiſen, hatte ich ſchon gefaßt,“ ſagte Marie, ſich unterbrechend . „Dieſen Abend, und in dem Augenblick, wo Sie anka⸗ men, ſchrieb ich meinem Gatten, um ihn hievon in Kennt⸗ niß zu ſetzen. Ah! diesmal habe ich mich wenigſtens nicht getäuſcht, da ich über dieſen Punkt mit Ihrem Freund einverſtanden bin, und es bleibt mir demnach einige Hoffnung.“

„Ja, aber nach der Anſicht meines Freundes . . und er hat, glaube ich, vollkommen Recht, iſt eine Reiſe, wie Sie ſehen werden, nur ein Palliativmittel.“

Madame Baſtien las in der That, wie folgt:

„Ich zweifle nicht an der augenblicklichen guten Wir⸗ kung einer Reiſe auf den Geiſt von Frederik; die Ent⸗ fernung vom Gegenſtand ſeines Haſſes, der Anblick neuer Orte, die tauſend Vorfälle der Reiſe, die beſtändige Ge⸗ genwart ſeiner Mutter werden Frederik nothwendig von ſeinen traurigen Gedanken zerſtreven ſie wetden ihn