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ſeitigen Liebe geweſen wären.“ Und er übernahm ſpeciell die Erziehung von Louis, den er als redlicher Mann heranbildete.
Der Doctor Max beſuchte vft die zwei Eheleute. Als ſie ihn eines Tags betrübt fanden, erkundigten ſie ſich nach der Urſache ſeines Bekümmerniſſes; er zog aus ſeiner Taſche eine Zeitung, und nachdem er Louis und Emma entfernt hatte, las er Adele und Erneſt Folgendes vor:
„Ein beklagenswerthes Aergerniß hat in einem der Hoſpitäler von Paris ſtattgefunden: eine junge Nonne, Schweſter Florence , ſeit zwei Monaten dem Krankendienſte beigegeben, hat ſich in einen jungen dramatiſchen Künſtler verliebt, der durch ſeine Armuth in dieſes Hoſpital einzutreten genöthigt worden war. Ihre klöſterlichen Gelübde brechend, hat Schweſter Flo⸗ rence * die Flucht mit dieſem Schauſpieler ergriffen, der merkwürdig ſchön und der Verfaſſer von mehreren Poeſien, welche nicht ohne Verdienſt, ſein ſoll. Fügen wir ſogleich bei, daß dieſes beklagenswerthe Aergerniß ohne Beiſpiele in den ſo ehrenwerthen Jahrbüchern des religiöſen Ordens war, zu dem Schweſter Florence zu gehören die Ehre hatte, u. ſ u ſio
„Unglückliche Florence!“ ſagte Adele ſeufzend, „ich kannte die Beweglichkeit ihres Charakters, und ich ahnte die kurze Dauer ihres religiöſen Berufes.“ 1
„Armes Geſchöpf!“ fügte Erneſt bei, „ſie iſt nun
in die Ausſchweifung zurückgefallen! Wo wird ſie nun
anhalten?“ „Ach! vielleicht auf der letzten Stufe der Schande,“ erwiederte traurig der Doctor Mar. „Iſt es nicht ein


