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Herrn von Mortagne abzutragen gedenke?“ — „Und an Herrn von Lanery rächen Sie ſich, Madame,“ ſagte ich mit Bitterkeit. — „Ich räche mich, Mathilde!“ er⸗
widerte ſanft die Herzogin. „Muß man denn durch⸗
aus von ſolch' einem Beweggrund geleitet werden, um herzliches Mitleid für Sie zu fühlen? Soll mir das Herz nicht brechen vor Schmerz, wenn ich Sie, arme Kleine, ſehe, Sie ſo jung, ſo intereſſant, verlaſſen, verloren in Mitte dieſer boshaften Egoiſten, endlich das Opfer des Haſſes Ihrer Tante und der Habſucht des Herrn von Lanery zu werden?“ — „Das iſt zu viel, Madame!“ rief ich in einer Aufwallung empörten Stol⸗ zes, „bin ich denn, nach Allem, ſo übel oder ſo wenig begabt, daß Herr von Lanerg, indem er ſich um meine Hand bewirbt, nur mein Vermögen im Auge haben ſollte? Weil er Sie betrogen, ſchändlich betrogen, ich ebe es zu, iſt das ein Grund, daß er ein Herz, das ſo ihm in Begeiſterung hingibt, nicht zu ſchätzen wiſſe? Und wer ſagt Ihnen, Madame, daß Sie ihn geliebt, wie er verdiente, geliebt zu ſein? Und wer ſagt Ih⸗ nen, daß alle die Frauen, die er ſo unwürdig betrogen haben ſoll, ihn ſo geliebt haben, wie ich? Und wer ſagt Ihnen, Madame, daß nicht eben darum, weil ſeine Seele edel und großmüthig iſt, er den ganzen Unterſchied zwiſchen einer ſtrafbaren Verbindung und einer vor den Augen Gottes und der Menſchen gehei⸗ ligten Liebe zu ermeſſen wiſſe? Und mit welchem Rechte werfen Sie ihm eine Feigheit vor. .. Sie, die Sie einen großen Fehler begingen? Und mit welchem Rechte kommen Sie, Ihre Liebe mit der meinigen zu vergleichen?“
„O, mein Gott! mein Gott! das hören!“ ſagte Frau von Richeville, indem ſie mit einem Ausdruck des Schmerzens und der Demuth, der mich, wäre ich weniger entrüſtet geweſen, hätte rühren müſſen, ihr Geſicht mit ihren Händen bedeckte; ach! ich wußte
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