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Schale, und lachte dann frech dem Herrn Cholera morbus ins Geſicht.
Herr Cholera morbus war halb in ein Leichentuch ge⸗ wickelt. Seine grüne Larve mit rothen Augen machte die poſſtrlichſte Todtengrimaſſe unter einer gebührlich gepuderten Zipfelperücke und einer großen baumwollenen Schlafmütze. Sein Hals und einer von ſeinen Armen ſahen zeiſiggrün aus dem Leichentuch hervor. Seine fleiſchloſe Hand, faſt ſtets von einem (nicht erkünſtelten) Fieberſchauer bewegt, ſtützte ſich auf einen Hakenſtock. Wie der Göronte in der Comödie trug er rothe Strümpfe mit geſchi nallten Bändern und hohe ſchwarze Caſtorpantoffeln. Dieſer abentenerliche ieptiſeirunt der Cholera war Liegganz nackt. Trotz einem gefährlichen, ſchleichenden Fieber, in Folge des Brantweins
und der Lüderlichkeit, war Jakob durch Morok dazu gebracht
worden, bei dieſer Mummerei mitzuwirken.
Der Thierbändiger, als Eckſteinkönig verkleidet, ſtellte das Spiel vor. Mit einer Krone von Goldpapier auf dem Haupt, das gleichgültige, farbloſe Geſicht von einem gelben Bart umgeben, der lang auf ſeinen bunten Rock herabfiel, paßte Morok ganz zu ſeiner Rolle. Von Zeit zu Zeit ſchwang er, mit ſpöttiſch ernſter Miene, einen mit klirrenden Rechen⸗ pfennigen gefüllten Sack, welcher mit allen Arten von Spiel⸗ karten bemalt war. Eine gewiſſe Unbeholfenheit in der Be— wegung ſeines Arms verrieth, daß der Thierbändiger noch ein wenig die Wunde ſpürte, welche der ſchwarze Pan⸗ ther ihm beigebracht, ehe Dſchalma demſelben den Bauch aufriß.
Die Narrheit, welche ihre Schellenkappe vor den Oh⸗ ren des Herrn Cholera morbus ſchüttelte, war ein hübſches, munteres, flinkes Mädchen mit einer ſcharlachrothen phrygi⸗ ſchen Mütze auf ihrem ſchwarzen Haar. Sie vertrat bei Liegganznackt die Stelle der armen Königin Bacchanal, welche vor nicht langer Zeit die Hauptperſon in einer zwar weni⸗
ger philoſophiſchen, aber eben ſo beluſtigenden⸗ Munmerei geſpielt hatte und auch hier nicht gefehlt haben wir, wenn
die Verhältniſſe die alten geblieben wären.
Ein anderes hübſches Geſchöpf, Fräulein Modeſta Boni⸗
chour, Fe einem berühmten Maler (einem der Reiter im


