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. Zehntes Kapitel.
Es iſt Nacht. Der Mond ſcheint, und die Sterne fun⸗
keln an einem melancholiſch heiteren Himmel. Ein verderb⸗
licher trocken kalter Nordwind ſtreicht in heftigen Stößen und Wirbeln ſauſend über den Montmartre. Auf dem Gipfel dieſer Höhe ſteht ein Mann. Sein langer Schatten fällt auf
den vom Mond erleuchteten ſteinigen Boden. Der Wanderer betrachtet die unermeßliche Stadt zu ſeinen
Füßen, Paris, deſſen ſchwarzer Schattenriß mit Thürmen
und Kuppeln ſich auf dem klaren bläulichen Horizont ab⸗ bildet, während aus der Mitte dieſes Steinoceans ein lichter
Dünſt aufſteigt, das geſtirnte Blau des Zenith röthend. Dies iſt der ferne Schein der tauſend Feuer, welche am Abend um die Stunde der Vergnügungen die lärmende Hauptſtadt luſtig erhellen.
„Nein!“ ſprach der Wanderer, „es wird nicht geſchehen. Der Herr wird es nicht wollen. Mit zwei Mal iſt es genug.
„Vor fünfhundert Jahren hatte die rächende Hand des All⸗ mächtigen mich aus dem inneren Aſien hierher getrieben. Ich einſamer Wanderer hatte mehr Trauer, Verzweiflung, Unglück
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