Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Morinval, die ihn durch ein vortreffliches Glas betrachtete, lebhaft zu Adriana ſagte: „Liebe Freundin, dieſer Menſch hat Angſt. Es wird ihm ein Unglück zuſtoßen.“

Mit bitterm Lächeln erwiderte Adriana: „Kann's denn Un⸗ glück geben in dieſer ſo glänzenden, ſo geputzten, ſo belebten Menge? Unglück? hier? dieſen Abend? Was denken Sie, Julie! Unglück geſchieht im Dunkel, in der Einſamkeit, nie inmitten einer luſtigen Menge beim Glanz der Lichter.“

„Um's Himmels willen, Adriana! nehmen Sie ſich in Acht!“ rief die Marquiſe entſetzt und faßte den Arm des Fräuleins, um ſie zu ſich heranzuziehen. „Sehn Sie ihn?“ Und mit zitternder Hand deutete ſie auf die Oeffnung der Höhle.

Adriana ſtreckte den Kopf noch weiter hinaus und ſah hin.

„Nehmen Sie ſich doch in Acht und legen Sie ſich nicht ſo weit hinaus!“ rief die Marquiſe abermals.

„Du biſt nicht klug mit Deiner Angſt, liebes Kind,“ ſagte der Marquis zu ſeiner Frau. „Der Panther iſt vollkommen gut angekettet; und geſetzt, er bräche ſeine Kette, was un⸗ möglich iſt, ſo wären wir doch hier außer ſeinem Bereich.“ Ein Getöſe ängſtlicher Neugier durchlief den Saal. Alle Blicke wandten ſich auf den Eingang der Höhle. Der Panther

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ſchob mit ſeiner breiten Bruſt das Geſträuch aus einander und kam zum Vorſchein. Zwei Mal ſtreckte er ſeinen platten Kopf aus, in welchem die gelben Augen glühten. Dann öffnete 5 er halb ſeinen rothen Rachen, zeigte zwei Reihen furchtbarer Zähne und ſtieß ein abermaliges Gebrüll aus. Die doppelte

eiſerne Kette und das eiſerne Halsband, welche ihn feſthielten, waren ſchwarz angeſtrichen und im Dunkel der Höhle von

ſeinem ſchwarzen Fell nicht zu unterſcheiden, ſo daß er völlig frei zu ſein ſchien. —

„Meine Damen,“ ſagte der Marquis, „ſehen Sie einmal die Indier an. Sie ſind prachtvoll in ihrer Aufregung.“ 5 Beim Anblick des Panthers hatte ſich die wilde Gluth * Dſchalma's aufs Höchſte geſteigert. Seine Augenſterne fun⸗ kelten in dem ſie umgebenden Perlmutterweiß wie zwei ſchwarze 8 Diamanten. Seine Oberlippe ſchnappte in die Höhe mit 1 einem Ausdruck thieriſcher Wiloheit, als ob er einen Anfall 3

von Zornwuth hätte. Faringhea, der vorgetreten war und ſich auf die Brüſtung der Loge lehnte, war ebenfalls lebhaft