Teil eines Werkes 
3. Band (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

246 „Willſt Du ſie ſogleich aufheben! Man bezahlt Dich, damit Du redlich und hoflich biſt,“ ſagte Rudolph, indem er den Gerichts⸗ diener mit einer Hand zurückhielt und mit der andern auf die Pa⸗ piere wies. Der Gerichtsdiener, der bei dieſem zweiten fürchterlichen Griffe wohl fühlte, daß er mit einem ſolchen Gegner ſich nicht meſſen könnte, buckte ſich murrend, hob das Heft auf und übergab es Morel, der es maſchinenmäßig nahm.

Es war ihm, als träume er.

„Wenn Sie auch eine Eiſenfauſt haben, ſo ſehen Sie ſich doch vor, daß Sie nicht einmal unter unſere Hände gerathen,“ ſagte Malicorne.

Nachdem er dabei die Fauſt gegen Rudolph geballt hatte, eilte er mit ſeinem Cameraden raſch die Treppe hinunter.

Die Frau Pipelet ſchickte ſich an, Rudolph wegen der Dro⸗ hungen des Gerichtsdieners zu rächen; ſie ſah begeiſtert ihren Sup⸗ pentopf an und rief mit Heldenkühnheit aus:

„Die Schulden Morels ſind bezahlt, — ſie werden ſich ſelbſt

etwas zu eſſen kaufen können und brauchen meine Suppe nicht. Aufgepaßt unten!“

Dabei bog ſich die Alte über die Treppenlehne und goß den Inhalt ihres Topfes den beiden Gerichtsdienern, welche eben die

erſte Treppe erreicht hatten, auf den Rücken.

„Tauſend Millionen Donnerwetter!“ ſchrie Malicorne; „wollt Ihr da oben aufpaſſen!“

„Alfred!“ rief dagegen Madame Pipelet aus vollem Halſe hinunter, „Alfred! Alter, gieb den Beiden etwas auf den Kopf! Sie erlaubten ſich unanſtändige Bemerkungen gegen Deine Frau.

Nimm den Beſen! Schlag zu! Schlag zu!“