Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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monſtröſen Thatſache überkommt mich ein gewiſſer Schwindel von Entſetzen und Abſcheu.

Sylvia bebt und ſchweigt einen Augenblick; dann ährt ſie mit einer rührenden und leidenſchaftlich tühenden Stimme alſo fort:

Und jetzt, Wolfrang, mein Vielgeliebter, mein Führer, meine Stütze; Du der beſte, großſinnigſte, aufgeklärteſte der Menſchen, Du meine Anbetung, mein Glaube, meine Liebe in dieſer Welt und in der andern, wohin wir zuſammengehen werden, um für die Unendlichkeit wieder zu leben, ich kenne Dein Herz, Deine Aufrichtigkeit, Deine Feſtigkeit, Du biſt unfähig mich durch eine trügeriſche Hoffnung zu hintergehen, um meine Beängſtigungen zu be⸗ ſchwichtigen, das weiß ich; deßhalb wiederhole ich Dir, Wolfrang, habe Mitleid mit der Unzulänglich⸗ keit meines Verſtandes: ſie und nicht der Zweifel iſt es, was mich gegen Deine Verſicherungen un⸗ gläubig macht. Ei wie! Du behaupteſt, in dieſer Velt finde das Böſe unfehlbar ſeine Züchtigung und das Gute ſeinen Lohn?

Ja, es gibt ſchon in dieſer Welt hienieden Auserwählte und Verdammte, die ſchon in dieſem Leben himmliſcher Freuden theilhaftig werden oder hölliſche Strafen zu erleiden haben.

Und zur Unterſtützung dieſes troſtreichen Glau⸗ bens, dieſes erhabenen Vertrauens, das meinen Schmerzen ein Ziel ſetzen würde, berufſt Du Dich auf die auffallenden Thatſachen, deren Zeugen wir heute Abend waren auf dieſe Thatſachen, die leider ein neues Zeugniß für den Triumph oder die Strafloſigkeit der Schlechten bieten, einen neuen