Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Sinnlichkeit, die gewiſſen ſüdlichen Naturen eigen⸗ thümlich iſt; ihre Raſenflügel erweitern ſich, und ihr großes ſchwarzes Auge, das brennend auf Wol⸗ frang geheftet iſt, funkelt und ſchmachtet abwechſelnd.

„Die Herzogin hat mir ſo eben die Worte ins Ohr geſagt: Ich gehe alle Morgen im Park von Monceaux ſpazieren,“ dachte Herr von Luxeuil. „Das iſt ein Stelldichein! Die arme Frau! ich habe ſie verzaubert, und jetzt bricht der Vulkan aus, wo und wie er kann.“

So ſchrieb der junge Stutzer die muſikaliſche Exaltation, welche Wolfrangs Talent bei Frau della Sorga hervorrief, auf Rechnung ſeiner mordbrenne⸗ riſchen Blicke; da er es nun für ſeine Pflicht hielt dem Erfolg des Hausherrn durch ſeine Beiſtimmung die rechte Weihe zu geben, ſo klopfte er im Augen⸗ blick, wo das Beifallsgeſchrei aufhörte, langſam mit den Fingerſpitzen ſeiner rechten Hand in die Fläche ſeiner linken und ſagte hoch von ſeiner Halsbinde herab mit einem Blick, der zugleich den Kenner und den Protector verrathen ſollte:

„Braaavo! ſehr gut, ſehr gut! Wahrhaftig ſeeehr gut! Braaavo.“

Dieſe ſchleppende und lächerlich lobhudelnde Klang⸗ nachahmung, die ſich inmitten des tiefen Schweigens, das ſo eben wieder eingetreten iſt, breit macht, bringt Antonine Jourdan dermaßen in Harniſch, daß ſie in der Aufrichtigkeit ihrer Natur ſich haſtig gegen den Unterbrecher umwendet und ihm ungeduldig zuruft:

„Bitte, mein Herr, laſſen Sie uns doch hören!“

Herr von Luxeuil beantwortet dieſe Interpella⸗