Teil eines Werkes 
1. Band (1856)
Entstehung
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rend ſeines Lebens die Ruhe von den Arbeiten des Tages ſuchte, ein demüthiges Lager, auf welchem der reich gewordene Maurer den letzten Athem aus⸗ gehaucht hatte. Charles Delmare ſchloß dieſe from⸗ men Reliquien in ein kleines Zimmer ein, in das er ſeltſame Laune zurückzukommen gedachte, um ſich in der letzten Stunde ſeines Ruins zu entleiben; dann verließ er Paris und durchreiſte Italien als vornehmer Herr, ſeine Verſchwendungen verdoppelnd, als wäre er darauf erpicht, ſeinen Ruin zu beſchleu⸗ nigen.

Dank ſei es ſeinem Rufe in Betreff der Pracht⸗ liebe und als Mann in der Mode, der in Florenz, Neapel, Rom von den reichen Fremden verbreitet wurde, welche ihn in Paris gekannt, hatte der ſchöne Delmare neue Succeſſe in dieſen Vergnü⸗ gungsſtädten. Er genoß ſie mit einer Art von fie⸗ berhaften, verzweifelten Gier, die in ihm der Gedanke ſeines nahe bevorſtehenden Todes erregte. Seine letzten Mittel erſchöpften ſich von Tag zu Tage; er beſaß indeſſen noch dreißigtauſend Franken und war von Florenz nach Genf zurückgekehrt, wo er ſich einige Zeit aufzuhalten gedachte. Doch ein unvor⸗ hergeſehenes Ereigniß änderte den Lauf ſeines Ge⸗ ſchickes. Charles Delmare traf an Bord des Dampf⸗

bootes, das die Fahrt von Genf nach Lauſanne macht, eine junge Frau, die ihm die leidenſchaftlichſte

Liebe, welche er je gefühlt, einflößen ſollte. Er er⸗

fuhr, vor Kurzem von Paris angekommen, bewohne ſie allein bei Lauſanne ein kleines Landhaus, wo

ihr Mann, Herr Erneſt Dumirail, ſie bis zum

Herbſte gelaſſen habe, während er, ein unerſchrocke⸗