Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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zwiſchen dem Herrn von Beaudricourt und dem Grafen von Sainte⸗Luce. Cora ſaß rechts von Ewen von Ker⸗Ellio; Herminie links von dem Fürſten Caſtelli. Zu jeder Seite Cora's, der ſchönen Griechin, war ein leerer Platz. Man fragte nach dem Hrn. Labirinte, dem Dichter und Deputirten, und dem Herrn Alunſo Flores.

Sie befanden ſich Beide außerhalb der Salonthüre und aus guter Lebensart wollte Keiner vor dem Andern vorübergehen. Auf ein Zeichen des Marquis ſtand Cora majeſtatiſch auf, nahm erſt den Herrn Flores an der einen und den Herrn Labirinte an der andern Hand, führte ſie ſo zugleich durch die gefürchtete Thüre und bat ſie, Platz neben ihr zu nehmen, den Einen zur Rechten, den Andern zur Linken.

Herr Flores hat ſeinen Hut in der Hand behalten; derſelbe hindert ihn ſehr und er faßt den Vorſatz, ihn zwiſchen die Knie zu nehmen. Jemand von den Leuten in dem Kaffeehauſe bemerkt dies und will ihm den Hut abnehmen, Flores aber lehnt es beſcheiden ab. Der Aufwärter dringt, jedoch ſehr ehrerbietig, fortwährend in ihn und befreit endlich den Vetter Beauregard's von dieſer Laſt.

Herr Labirinte befindet ſich neben Herminie.

Während der Stille, welche das Einſchlürfen der Suppe nöthig machte, glaubte Herr Labirinte mehrmals den Blick des Marquis mit einem ungewöhnlichen Aus⸗ drucke auf ſeiner Perſon ruhen und ſich dann mit einem nicht minder ſeltſamen auf den Kapitän Des Roches richten zu ſehen. Herr Labirinte bedauert ſehr, zu dieſem Diner gekommen zu ſein. Er hat erfahren, daß der Marquis früh den Oberſten Koller im Duell getödtet.

Ewen beobachtet aufmerkſam; ſein Herz iſt ihm wie zuſammengeſchnürt. Er bemerkte etwas Ungewöhnliches; ſein Knie herzrie einen Augenblick das des Mar⸗ quis und er fühlte, daß es krampfhaft zitterte. Dennoch ſah das Geſicht des Marquis heiterer und ſpottluſtiger aus, als gewöhnlich.

Die anderen Gäſte haben nichts Eigenthümliches. Alle ſcheinen heiter geſtimmt und bereit zu ſein, das Vergnügen zu genießen, das ihnen die ſo glücklich zuſammengeſetzte Geſellſchefe zu verſprechen ſcheint. Bald begann die Unterhaltung und wurde allge⸗ mein, da die Tafel nicht ſo groß war, als daß Zwiegeſpräche hätten erlaybt ſein können.

Serpentine. Du haſt lange auf Dich warten laſſen, Marquis; hatteſt Du ein Liebesgeſpräch mit Deiner Frau?

Der Marquis. Mit meiner Frau? Ich habe ſie ſeit zwei oder drei Tagen nicht geſehen. Wiſſen Sie, wie ſich meine Frau befindet, Herr Labirinte?

Herr Labirinte Ger ſehr roth wir). Ich habe ſeit mehreren Tagen nicht die Ehre gehabt, die Frau Marquiſe Er ſtellt ſich, als müſſe er huſten, um ſeine Verlegenheit und ſein Erröthen zu verbergen) — die Frau Marquiſe zu ſehen, — ich — ich bin in der Kammer ſehr be⸗ ſchäftigt. Er huſtet noch einmal und trinkt ein Glas Waſſer.)

Serpentine 6u Serrn Labtrinte). Ah, ich habe die Ehre, mit Herrn Labirinte zu ſprechen! Mit Herrn Labirinte, dem doctrinären Deputirten?

Labirinte Geſcmeicheth. Der bin ich —. Mademoiſelle, ich weiß — ich weiß wirklich nicht — wie mein Ruf —

Serpentine. Mein Herr, erlauben Sie mir, daß ich Sie mit Verehrung, mit Bewunderung, mit Staunen betrachte.

Der Marquis cachen). Und woher kommt dieſe Ver⸗ ehrung, dieſes Staunen, meine Tochter?

Serpentine. Wie, Marquis, Du kennſt die Geſchichte nicht, die Herr Labirinte mit Des Roches gehabt hat? 10*