Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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So lange die Inſurrection dauerte, kämpfte Ewen muthig und unerſchrocken an der Spitze ſeiner kleinen Schaar, die er auf eigne Koſten unterhielt. Nach Beendigung des Krieges wurde er verfolgt, in contumaciam zum Tode verurtheilt und genöthigt, ſich mit ſeinem getreuen Les⸗en⸗Goch in den Wäl⸗ dern zu verbergen. Nachdem er vier Monate lang ſo unſtät umhergeirrt war, wurde er amneſtirt. In mehreren Schar⸗ mützeln gegen die conſtitutionellen Truppen hatte er einen nicht gewöhnlichen Muth und große Kaltblütigkeit gezeigt.

Ewen ſetzte darauf ſein früheres friedliches Leben fort; einige Zeit lang ſehnte er ſich wohl nach der abenteuerreichen Eriſtenz eines Bandenführers zurück, da man ja in der erſten Jugend Alles liebt, was gefahrvoll und ritterlich iſt; aber all⸗ mälig erloſch dieſe kriegeriſche Begeiſterung in der ruhigen Stille der Einſamkeit. Seltſamer Weiſe fand Ewen große ren an dem abgeſchiedenen Leben. Das erſte Jahr der Amneſtie ver⸗ ging in einer angenehmen Ruhe.

Bald gab ſich Ewen lieblichen Träumen hin, bald überließ er ſich den verſtändigſten und fromm poetiſchen Betrachtungen der großen Erſcheinungen der Natur; oft überraſchte ihn die Nacht, wenn er im Wonnegefühle an einem ſchönen ſtillen Sommerabende die Sonne in das Meer hatte hinabſinken ſehen, während die Kinder und jungen Mädchen am Strande Seegras ſammelten und die alten bretagniſchen Lieder ſangen, welche die Kinder Armorica's immer erfreuen.

Ja — das Zwielicht verdrängte den Tag, die Nacht trat

an die Stelle des Zwielichtes und Ewen ſaß noch immer auf

demſelben Felſen, die Augen von Wonnethränen gebadet, durch⸗ ſchauert von unbeſchreiblichen Gefühlen.

Dann trat er langſam den Rückweg nach dem alten Herren⸗ hauſe an, bewunderte den geſtirnten Himmel und zog entzückt den kräftigen und geſunden Duft des Seegraſes oder des Haide⸗ krautes ein, der allen denen ſo lieb iſt, welche an der Küſte der Bretagne gewohnt haben.

In Treff⸗Hartlog fand Ewen die liebevolle Pflege ſeiner

guten Diener, ein flackerndes Feuer auf dem großen Heerde, das Abendeſſen bereit und ſeine Amme beſorgt und ängſtlich, ob

ihrem Mab⸗mer⸗brin das Mahl wohl munden werde; dann