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ten, zogen es Mehemed Bey Goka und ſeine Frau, ſich ſelbſt den Tod zu geben, vor, ſtatt dem Worte Ali's zu trauen und nach Janina zu gehen. Vertrauensvoller brachen die andern Beys unter guter Eskorte nach der Reſidenz des Weſirs auf. Ihre Reiſe war ein fortwährendes Feſt; in jeder Stadt wurden ſie auf den Befehl Ali's unter dem Schalle der Muſik und dem Freudengeſchrei der Bevölkerung empfangen. Als ſie nach Ja⸗ nina kamen, ſchmetterten Trompeten und Pauken. Mit Kör⸗ ben voll Blumen, den Erſtlingen des Frühlings, und mit Lyra⸗ ſpiel begleitet, kamen junge Mädchen ihnen entgegen und ſangen den Gefangenen das freundliche Lied von den Schwalben.
Ali trat prachtvoll gekleidet, lächelnd, mit freundlichem Blick, den Beys drei Schritte entgegen, umarmte die vornehm⸗ ſten zärtlich und ſagte ihnen, er betrachte ſie jetzt als zu ſei⸗ ner eigenen Familie gehörig; er ſei eiferſüchtig geweſen, aber zärtlich eiferſüchtig, Kardiki ſo lange außerhalb ſeiner Herr⸗ ſchaft zu ſehen, da dieſe Stadt ebenſo wie die andern Beſitzun⸗ gen des Sultan ein Recht auf den Schutz und die Freundſchaft ſeines Weſirs hätte.— Da aber das Gluͤck dieſer Stadt ge⸗ wollt hat, daß ſie ſich unter ſein Geſetz fügte, fuhr der Satrap mit dem verführeriſcheſten Lächeln fort, will ich ſie künftig als undankbares, aber theures Kind behandeln, das man liebt, und zwar um ſo mehr, je länger man von ihm getrennt war.
Vollkommen beruhigt durch dieſe tückiſchen Worte zögerten die Beys nicht, ſich nach dem Schloß am See zu begeben, wo die glänzendſten Wohnungen für ſie bereitet waren. Als ſie aber den finſtern Aufenthalt betreten hatten, wurden ſie nieder⸗ gemetzelt und ihre Leichen den Fiſchen zur Nahrung in den Fluß geworfen.
Obgleich dieſe entſetzliche That Ali ſchon in den Reichs⸗ bann bringen mußte, beſchleunigte er ſeine Abreiſe nach Kardiki, das ſeine Truppen noch immer beſetzt hielten.
Den Tag vor dieſer Reiſe erhielt er einen Brief von ſeiner Schweſter Chainitza, die ſich nach Liboowo zurückgezogen hatte, wo ſie die Einnahme der Stadt erfuhr.
Wir erwähnten bereits, daß ein blutiges Verhängniß auf dieſer Familie zu haften ſchien, welche durch ihre Miſſethaten würdig war, der der Atriden gleichgeſtellt zu werden. Als Khamco todt war, hatte Chainitza, um den Befehlen ihres Bruders zu gehorchen und ſeinen Befehlen zu dienen, welcher


