vortrefflich herausgezogen hatte, wurde er an Bord von jetzt an in Ruhe gelaſſen, und genoß die Achtung ſeiner Vorge⸗ ſetzten, ſowie die Freundſchaft ſeiner Kameraden.
HI.
Hätte der Capitain Mathieu Guichards irgend eine ana⸗ lytiſche Gabe beſeſſen, hätte er ganz gewiß Gelegenheit gefunden, ſie durch das Studium vom Charakter ſeines Matroſen zu üben; aber der treffliche Capitain analhſirte nicht viel, ja, er analyſirte gar nicht; er begnügte ſich damit, Mathieu zu prügeln oder ihn mit ſeiner Gunſt zu überſchütten, je nachdem Mathieu ſich gut oder ſchlecht aufgeführt hatte. Ohne ſich damit zu unterhalten, von den Wirkungen auf die Urſachen zurückzugehen, ſchloß er die Rechnung, nachdem er das Reſultat geprüft hatte, und fand,
Nwie er ſagte, als Facit einen Tauhieb oder ein Glas Grog.
Seitdem Machien ſich an Bord der„Charmante Louiſe“ befand, wäre es übrigens ſchwer geweſen, genau zu beſtimmen, ob die Wageſchale auf der Seite der Strafe oder auf der der Belohnung ſank, und in der That hatte der Teufelskerl weder gewonnen noch verlorenz denn eine Seele, die man jung in die ausdörrende Pariſer Luft getaucht hat, wird darin ſo bronzirt, daß ſie für beſtändige Zeiten ihre Farbe hält.
Mathieu hatte daher auf das Schiff jene ſorgloſe Trägheit und jene plötzliche, nervöſe Thätigkeit mitgebracht und auf dem⸗ ſelben bewahrt, jene fieberhafte Exaltation, welche macht, daß man einen ungeheuern Graben überſpringt, aber nicht jene ge⸗ duldige und ausdauernde Kraft, deren man bedarf, um einen hohen Berg zu erſteigen.
Sollte bei ſchönem Wetter ein ſchwieriges Manövre vor⸗ genommen werden, ſo war der Pariſer träge, unluſtig, nach⸗ läſſig; pfiff aber der Wind durch das Tauwerk, grollte der Donner, ſo hätte man glauben ſollen, das Gewitter wirke auf dieſe reizbare Organiſation und verhundertfache die Kraft und Entſchloſſenheit derſelben; dann war der Pariſer auf den äußer⸗ ſten Spitzen der Raaen; denn hier galt es weder, eine Laſt auf⸗ zuheben, noch ein Ruder mühſam zu handhaben, ſondern nur


