— 121—
muß, ſo gehörte ich auch ein wenig zu dieſen Verzweifelnden. Ich war daher auch nicht bös, mich in Neapel von dieſem Anfang einer wahn⸗ ſinnigen Leidenſchaft zu zerſtreuen.
— Ei, mein Lieber, während Deiner Reiſe hat ſich in dem Hotel Morſenne Neues zuge⸗ tragen.
— Wie das?
— Zuerſt iſt der Prinz von Morſenne ſo ge⸗
fährlich krank geweſen, daß er beinahe geſtorben wäre. Später verlangte er die Geſandtſchaft in Spanien, und dort iſt er, glaube ich, noch.
— Und die Herzogin?
— Ach, die Herzogin— die Hetzogin—
— Nun?
— Du biſt in die Frau von Beaupertuis ver⸗ liebt geweſen, biſt es vielleicht noch, und ich ſollte Dir daher wohl nicht ſagen—
„— Was denn?— Daß ſie einen Lieb⸗ haber hat?
— Wenn es weiter nichts wäre!
— Sie hat alſo mehrere?
— Wollte der Himmel!
— Juviſy, ſprich ernſthaft.
— Ungefähr um dieſelbe Zeit, wo der Prinz, ihr Vater, ſo krank war, ſchien auch Frau von Beaupertuis ſehr leidend zu ſein; doch ſie iſt aus dieſer Criſis reizender, anbetungswürdiger als je


