Teil eines Werkes 
262. Theil, Die Prophezeihung : 5. Bändchen (1851) La bonne aventure
Entstehung
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Ich lege durchaus kein Gewicht auf die Untreue; ich theile in dieſer Hinſicht Ihre Philoſophie, mein theurer Lehrmeiſter. Was die Verkündung einer hölliſchen Machination betrifft, deren Opfer ich werden könnte, ſo machte mich das lüſtern. Man hat nicht täglich ſolche verteufelte Abenteuer. In meiner ungeduldigen Neugier war ich daher, um die Löſung dieſes hölliſchen Räthſels zu erfahren, ſchon auf dem Punkte, mich meiner Couſine zu offenbaren, deren Reinheit und Treue ich kenne. Doch indem ich im Begriff ſtand, ſie zur Vertrau⸗ ten unſerer Liaiſon zu machen, erinnerte ich mich noch zu rechter Zeit an Ihren Grundſatz:„Es iſt ſchon viel, ſein Geheimniß vor ſich ſelbſt bewahren zu müſſen; was wird es alſo erſt, wenn man es einem Andern anvertraut?“— Ich antwortete daher Madame Bonaquet, indem ich ihr herzlich für ihre Beſorgniß um mich dankte:

— Gott ſei Dank iſt Ihre Angſt nicht be⸗ gründet, denn Ihre Worte haben für mich keinen Sinn; gleichwohl bin ich innig gerührt von dem Beweiſe der Theilnahme und Zuneigung, den Sie mir geben.

— Glaubte mir meine Couſine? Ich bezweifle es, denn ſie fah mich trübe an und ſagte mit be⸗ bender Stimme:

— Meine liebe Diana, glauben Sie mir, ich habe nicht einen Augenblick daran gedacht, für

Die Prophezeihung. V. 6