Nr. 2, eine ſehr junge und ſehr hübſche Frau, ſchien trotz ihres allerliebſten, kleinen munteren Schelmgeſichts ziemlich verlegen. Sie ſchlug wiederholt ihre großen, dunkeln Augen nieder und erröthete bis zur Stirn, wenn ſie dem ſtill prüfenden Blicke der Wahrſagerin begegnete.
Nach einigen Augenblicken ſprach Madame Grosmanche mit ſanftem, faſt zärtlichem Ton:
— Ihre Hand, wenn ich bitten darf?
Während die junge Frau ihren Handſchuh von ſchwediſch Leder auszog, ſammelte ſich die Schwarzkünſtlerin einen Augenblick und begann dann:
— Sie kennen die beiden Perſonen nicht, welche mit Ihnen ſoeben im Saal warteten?— Nein, Madame; in der Finſterniß konnte ich überdem ihre Züge nicht erkennen; wir haben aber einige Worte gewechſelt, und ich glaube faſt gewiß zu ſein, daß ſie mir unbekannt ſind, denn ihre Stimme iſt mir gänzlich fremd; ich bin mit einer Freundin hergekommen, welche mich vor⸗ der Thüre im Fiaker erwartet, und wünſche nur zu wiſſen, ob— Sonderbar, wiederholte die Wahrfagerin, im Selbſtgeſpräch Nr. 2 in die Rede fallend. Was iſt das für ein Band?
6 Welches Band, Madame?— Bitte um „ſagte Madame Grosmanche, ohne


