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eine Miene verletzter Zuͤchtigkeit und verächtlichen Mitleidens.
Das Lächeln der Fuͤrſtin war uͤbrigens, wenn ſie wollte, noch immer anmuthig, und ſelbſt ver⸗ fuͤhreriſch und unwiderſtehlich; iht großes blaues Auge wußte zur gehoͤrigen Zeit liebreich und ſchmeich⸗ leriſch zu werden; wenn man aber ihren Stolz zu verletzen, ihrem Willen entgegenzutreten oder gegen ihre Intereſſen zu handeln wagte, und ſie konnte, ohne ſich zu compromittiren, ihrem Haſſe freien Lauf laſſen, ſo verrieth ihr gewoͤhnlich ruhiges und ernſtes Geſicht kalte und unverſoͤhnliche Boͤswil⸗ ligkeit.
In dieſem Augenblicke trat Mad. Grivois in das Kabinet der Fuͤrſtin. Sie hielt in der Hand den Bericht, welchen ihr Florine am Morgen uͤber Adrienne von Cardoville uͤbergeben hatte.
Mad. Grivois ſtand ſeit zwanzig Jahren im Dienſte der Fuͤrſtin von St. Dizier und wußte Alles, was eine vertraute Kammerfrau von ihrer Herrin wiſſen kann und wiſſen muß, wenn dieſe ſehr galant geweſen iſt. Hatte die Fuͤrſtin dieſen ſo wohl unterrichteten Zeugen der zahlreichen Ver⸗ irrungen ihrer Jugend abſichtlich bei ſich behalten? Das wußte Niemand, ſo viel aber war gewiß, daß Mad. Grivois große Vorrechte hatte und von der Fuͤrſtin mehr wie Geſellſchafterin denn wie Kam⸗ merfrau behandelt wurde.
„Pier ſind die Bemerkungen Florinens,“ ſagte


