zu haben und das aufſchreiben zu konnen, was ich gemerkt hatte.“
„Und dieſer Brief?“
„Er iſt fortgetragen worden; ich gab ihn dem Diener.“
„Wie ungeſchickt!“ rief Madame Grivois aus; „konnten Sie mir ihn nicht bringen?“
„Das Fraͤulein hatte ihn ja nach ihrer Ge⸗ wohnheit ganz laut dictirt; ich kannte alſo den In⸗ halt und habe denſelben da aufgeſchrieben.“
„Das iſt nicht einerlei; vielleicht waͤre es gut geweſen, die Abſendung des Briefes zu verzögern.. Es wird der Fuͤrſtin ſehr unangenehm ſein.“
„Ich glaubte es ganz gut zu machen, Madame.“
„Ich weiß es wohl, daß es Ihnen nicht an gutem Willen fehlt.. Man iſt ſeit einem halben Jahre mit Ihnen dufrieden, aber diesmal haben Sie eine große Unvorſichtigkeit begangen.“
„Haben Sie Nachſicht, Madame; das, was ich thue, iſt ſo ſchwer genug.“
Und das Maͤdchen unterdruͤckte einen Seufzer.
Madame Grivois ſah ſie feſt an und ſagte in hoͤhniſchem Tone:
„Nun, meine Gute, Sie brauchen es ja nicht laͤnger zu thun— wenn Sie Bedenklichkeiten ha⸗ ben Sie ſind frei, gehen Sie..
„Sie wiſſen recht wohl, daß ich nicht frei bin, Madame,“ antwortete Florine erroͤthend, der eine Thräne in die Augen trat und die dann fortfuhr:


