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iiige und in einem unabweislichen Beduͤrfniſſe, ſich
mit Schönem und Anziehendem zu umgeben. Kein Maler, und liebte er die Farben noch ſo ſehr, kein Bildhauer, und waͤre er von der For noch ſo ſehr entzuͤckt, kann die edele Begeiſterung, welche der Anblick der vollendeten Schoͤnheit ſtets in den bévorzugten Naturen erregt, in hoͤherm Grade empfinden, als ſie Adrienne empfand. Und das Maͤdchen ſuchte nicht blos das, was
ihre Augen erfreuete; auch die harmoniſchen Modu⸗
lationen des Geſanges, die Melodie der Inſtru— mente und der Tonfall der Poeſie gewaͤhrten ihr unendliches Vergnuͤgen, waͤhrend eine grelle Stimme,
ein mißtönendes Geraͤuſch denſelben peinlichen, faſt
ſchmerzlichen Eindruck auf ſie machte, den ſie un⸗ willkuhrlich bei dem Anblicke eines häßlichen Gegen⸗ ſtandes erhielt. Sie liebte eben ſo leidenſchaftlich die Blumen und die lieblichen Geruͤche, erfreuete
ſich an lieblichem Dufte wie an der Muſik, wie an
der Formenſchoͤnheit.. Und ſollen wir das Schreck⸗ liche geſtehen? Adrienne aß gern und wußte das friſche Fleiſch einer ſchoͤnen Frucht, den zarten Wohlgeſchmack eines tadellos gebratenen Faſans
oder die duftende Blume eines edeln Weines beſſer
als irgend Jemand zu wuͤrdigen. Aber Adrienne genoß Alles mit kluger Mäßig⸗
keit; es war gleichſam ihre Religion, die Sinne zu
pflegen und zu veredeln, die ihr Gott gegeben hatte, aber ſie wuͤrde es fur ſchwarzen Undank gehalten


