Teil eines Werkes 
176. Theil, Der ewige Jude : 5. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Straße ſo geblendet, ſo verwundert, wie geſagt, als wenn ich aus einem Feenſchloſſe gekommen waͤre.“

„Du haſt Recht, mein Sohn, es klingt wie ein Feenmaͤhrchenz nicht wahr, Hoͤckchen?“

„Ja, Madame,“ antwortete das Madchen zer⸗ ſtreut und traͤumeriſch, was indeß Agricol nicht bemerkte.

„Ganz beſonders hat mir gefallen,“ fuhr er fort,„daß die Dame, die doch ſehr erfreut war, ihr Huͤndchen wieder zu haben, mich uͤber dem Thiere nicht vergaß, wie es viele Andere an ihrer Stelle gethan haben wuͤrden, ja ſich in meiner Gegenwart mit ihm gar nicht beſchaͤftigte.. Das zeigt von gutem Herzen und von Zartgefuͤhl, nicht wahr, Hoͤckchen? Kurz, ich halte die Bame fuͤr ſo gutig, fur ſo edel, daß ich in einem wichtigen Falle nicht zoͤgern wuͤrde, mich an ſie zu wenden.“

„Du. haſt Recht,“ antwortete Hoͤckchen im⸗ mer zerſtreuter.

Das arme Maͤdchen litt viel.. Sie empfand zwar keinen Haß, keinen Neid gegen die unbekannte junge Dame, die nach ihrer Schoͤnheit, ihrem Reich⸗ thume und ihrem feinen Benehmen einem ſo hohen und glänzenden Kreiſe anzugehoͤren ſchien, daß das Auge des armen Maͤdchens gar nicht hinaufreichte; aber die Ungluckliche verglich jene Dame unwill⸗

kuͤrlich mit ſich ſelbſt, und ſie hatte vielleicht die druͤckende Laſt der Häͤßlichkeit und der Armuth nie

ſchmerzlicher empfunden als in dieſem Augenblicke.