Teil eines Werkes 
174. Theil, Der ewige Jude : 3. Bändchen (1844) Le juif errant
Entstehung
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Auges ſeine duͤnnen vollig farbloſen Lippen ver⸗ ſchmolzen mit der bleichen Farbe ſeines hagern Ge⸗ ſichtes mit ſpitzer Naſe und ſpitzem Kinn und dieſes leichenartige gleichſam lippenloſe Geſicht ſah um ſo ſeltſamer aus, als es auch ebenſo unbeweglich war wie das einer Leiche. Hätten ſich nicht die Finger ke⸗ Herrn Rodin bewegt, der ſich auf das Pult

og und die Feder kritzelnd uͤber das Papier gleiten

ließ, man waͤre verſucht geweſen, ihn fuͤr todt zu

halten.

Mit Hilfe eines vor ihm liegenden geheimen Alphabets ſchrieb er in einer Art, welche fuͤr Jeden unverſtaͤndlich ſein mußte, der den Schluͤſſel zu dieſer Chifferſchrift nicht beſaß, gewiſſe Stellen von einem langen beſchriebenen Blatte ab.

Dieſer Mann mit dem eiskalten Geſichte, der

in geheimnißvollen Zeichen ſchrieb, hatte etwas Un⸗

heimliches in dieſer tiefen Stille, in dieſem ſchau⸗, erlichen Halbdunkel, welches das große kalte und kahle Zimmer noch duſterer machte.

Es ſchlug acht Uhr, dann hallte dumpf der

Klopfer an dem Thore und eine Klingel ertönte

zweimal. Es wurden mehrere Thuͤren geöffnet und wieder zugemacht und ein anderer Mann trat in das Zimmer herein.

Modin ſtand bei dem Anblicke deſſelben auf, nahm die Feder zwiſchen die Zaͤhne, verbeugte ſich mit tief demuͤthiger Miene und ging wieder an ſeine Arbeit, ohne ein Wort zu ſprechen.

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