—
das bleiche liebe Geſicht des Maͤdchens im Dunkel der ſchwarzen Nacht verſchwinden ſah, welche durch den Sturm und den heftigen Regen noch ſchauer⸗
licher gemacht wurde.
„Dagobert, wir warten auf Dich; komm ge⸗ ſchwind!“ riefen die Mädchen unter dem Fenſter.
Der Soldat ſprang mehr hinunter, als er an dem Tuche hinunterglitt.
Er hatte mit den beiden Madchen etwa ſeit einer Viertelſtunde fluͤchtig den Gaſthof zum„wei⸗ ßen Falken“ verlaſſen, als ein gewaltiges Donnern durch das Haus ſchallte.
Die Thuͤre hatte den Anſtrengungen des Rich⸗ ters und Moroks nachgegeben, die ſich eines ſchwe⸗ ren Tiſches zum Einſtoßen derſelben bedienten.
In dem Stuͤbchen der Waiſen brannte das
Licht noch. Sie traten hinein. Es war leer, aber
Morok ſah das Betttuch an dem Fenſter und ſagte:
„Herr Richter, durch das Fenſter ſind ſie ent⸗ flohen.. Sie ſind zu Fuße in der finſtern, ſtuͤr⸗ miſchen Nacht; ſie koͤnnen nicht weit ſein.“
„Wir holen ſie gewiß ein, die Vagabunden! O, ich will mich rächen! Schnell, Morok.. Ihre Ehre und die meinige ſtehen auf dem Spiele.“
„Meine Ehre? Es ſteht fuͤr mich mehr auf dem Spiele, Herr Richter,“ antwortete der Pro⸗ phet in zornigem Tone. Dann ging er raſch die


