— 108—
getragen hatte, die Haͤnde. Nun wird es Nieman⸗ den mehr tragen, man wird es auf den Anger werfen und die Hunde werden es freſſen.„ Es war nicht huͤbſch, daß Sie mich ſo hart daran erin⸗ nerten, Herr Richter, denn ich hatte mein Pferd lieb.“ Der Richter wurde durch dieſe einfachen, wuͤr⸗ devollen und ruͤhrenden Worte unwillkuͤhrlich er⸗ griffen und er bedauerte, ſich ſo ausgedruͤckt zu haben. „Ich kann mir wohl denken, daß Sie Ihr Pferd nicht gern vermiſſen,“ ſagte er mit minder ngeduldiger Stimme.„Aber was iſt zu thun? Das ungluck iſt einmal geſchehen.“ „Ein Ungluͤck, ja, Herr Richter, ein großes Ungluͤck.. Die jungen Maͤdchen, die ich begleite, ſind zu ſchwach, um eine ſo weite Reiſe zu Fuße zu machen, und zu arm, um zu fahren. Gleich⸗ wohl muͤſſen wir vor dem Februar in Paris ein⸗ treffen. Als ihre Mutter ſtarb, habe ich ihr ver⸗ ſprochen, die Kinder, die außer mir Niemanden mehr haben, nach Frankreich zu bringen.“ „Sie ſind alſo ihr..“ „Ich bin ihr treuer Diener, Herr Richter, und was ſollen wir nun anfangen, da das Pferd todt iſt? Sie ſind gutig, Sie haben vielleicht auch Kinder. Wenn dieſe ſich in der Lage befaͤnden, wie meine beiden kleinen Waiſen, wenn ſie in der Welt nichts haͤtten, gar nichts, als einen alten


