Er antwortete nicht, ſondern ſtand unbeweglich da, uͤber den Tiſch gebeugt, die Hand noch immer in der Seitentaſche des Torniſters. Dann gab er einer unklaren Hoffnung nach,— denn eine ſo entſetzliche Wirklichkeit konnte er nicht fuͤr moͤglich halten,— und packte ſchnell Alles aus dem Tor⸗ niſter aus,— aͤrmliche abgetragene Fleidungs⸗ ſtuͤcke, und ſeine alte Grenadieruniform, eine fuͤr ihn heilige Reliquie. Wie ſorgfaͤltig er aber auch jedes einzelne Stuͤck auseinanderſchlug, er fand we⸗ der ſeinen Beutel, noch ſein Taſchenbuch, in wel⸗ chem ſein Paß, die Briefe des Generals Simon und ſein Kreuz lagen.
Vergebens nahm er mit dem ſchrecklichen kin⸗ diſchen Eifer, der ſich immer bei verzweiflungsvol⸗ lem Suchen einſtellt, den Torniſter an den beiden Zipfeln und ſchuttelte ihn gewaltſam; es fiel nichts heraus.
Die Maͤdchen ſahen ihm mit aͤngſtlicher Er⸗ wartung zu, da ſie das Schweigen und das Thun Dagoberts nicht begriffen, der ihnen den Ruͤcken zuwandte.
Endlich wagte Bianca, mit ſchuchterner Stimme ihn zu fragen:
„Was haſt Du denn, Dagobert?. Du änt⸗ worteſt uns nicht. Waos ſuchſt Du in dem Tor⸗ niſter?“
Dagobert antwortete nicht, ſondern ſuchte haſtig
Der ewrge Jude. II. 5


