Teil eines Werkes 
75.-77. Theil (1841) Kardiki : Novelle / von Eugen Sue ; deutsch von L. v. Alvensleben
Entstehung
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zum Tode verurtheilte, ausgenommen zum Haͤngen; damit iſt ein Tſchingane oder wirklicher Henker be⸗ auftragt. Dieſe Tſchargadſchis waren von gepruf⸗ ter Tapferkeit, aber von einer Grauſamkeit, die je⸗ den Glauben uͤberſtieg. Von den Einwohnern wurden ſie ſehr gefuͤrchtet.

Gueguen. Suͤdliche Albaneſen, keine Unter⸗ thanen Ali Paſchas, aber von ihm in ſeinen Dienſt gezogen. Sie waren die beſten und wildeſten ſei⸗ ner Truppen; ſie dienten faſt alle zu Pferde, und hatten zum Commandeur einen ihrer Landsleute, Namens Huſſein Bey. Es gab auch ein Corps chriſtlicher Gueguen, vom lateiniſchen Ritus, welche einen Chef von ihrer eignen Religion und ihrem eignen Vaterlande hatten, unter dem Oberbefehl Huſſein Beys. Dieſe chriſtlich- lateiniſchen Gue⸗ guen oder apoſtoliſch- römiſch⸗katholiſche Gueguen

waren Leute von großer Tapferkeit, voll Redlichkeit und ſehr reizbar im Punkte der Ehre, dabei ſehr friedlich und von der löblichſten Auffuhrung. Sie waren ſo gekleidet, wie die anderen Gueguen, von denen ſie ſich nur durch die Unterweſte unterſchie⸗ den, die bei ihnen ſchwarz war, bei den Muſel⸗ maͤnnern aber roth oder gruͤn.

Asker. Ein zuſammengeraffter Haufe albane⸗ ſiſcher Troßknechte, Menſchen aus den Stämmen der Torka, Tſchameh und Lepez, alle zu Fuß, alle

undisciplinirte und wilde Raͤuber. Sie bilden die eigentliche Infanterie.