Teil eines Werkes 
71.-74. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 9.-12. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Gnädiger Herr! gnaͤdiger Herr! der Herr Graf wird ſehr ſchwach; der Herr Doctor ſagt, er er⸗ kenne einige Symptome von Geiſtesverwirrung.

Der Cardinal eſich wieder erholend). So fuh⸗ ren Sie mich denn augenblicklich zu ihm.

(Sie gehen hinaus.)

Schlafzimmer des Grafen.

Herr von Vaudrey liegt in ſeinem Bette.— Seine Ge⸗ ſichtszuͤge haben ſich nicht veraͤndert.— Nur ſein Blick ver⸗ dunkelt ſich immer mehr und mehrz; ſeine Stimie wird ſchwa⸗ cher und ſein Gehor weniger rein.— Die Fenſter ſeines Zim⸗ mers ſind geoͤffnet.— Dieſe Scene ereignet ſich an einem praͤchtigen Sommerabend; die Sonne geht unter und ihre letzten Strahlen vergolden noch die Spitze eines Akazienwaͤld⸗ chens, deſſen roſige und wohlriechende Bluͤthen den Fenſtern dieſes Gemaches gegenuͤber ſich entfalten.— Der Kaplan ſteht am Kopfe des Grafen.— In dem Zimmer befinden ſich zwei Bediente und der Arzt.

Der Cardinal ttritt ein und naͤhert ſich dem Grafen)⸗ Haben Sie die Guͤte, Herr Graf, zu befehlen, daß ſich Jedermann entfernt, ich muß mit Ihnen allein ſprechen.

Der Graf mit ſchwacher Stimme). Ja, ja, geht Alle hinaus„ laßt mich mit Seiner Eminenz welcher die Gute haben will, mir ſeinen Segen

zu ertheilen.

(lle gehen hinaus.— Der Kaplan, einen Augenblick un⸗ entſchloſſen, gehorcht einem gebietenden Blicke des Cardi⸗ nals.— Dieſer folgt ihnen mit den Augen, und als die Thuͤr verſchloſſen iſt, nähert er ſich dem Grafen mit ernſthafter, faſi drohender Miene.)

Die Seewarte v. Koat⸗Vön. IMI. 23