Teil eines Werkes 
71.-74. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 9.-12. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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druck des Schmerzes und einer tiefen Traurigkeit.— Seins breite Stirn iſt entbloͤßt und ſeine Haare ſind ganz weiß.

Der Cardinal ſitzt an einem Tiſche, den Kopf auf ſeine Haͤnde geſtuͤtzt.— Nach einigen Augenblicken des Schweigens ſteht er auf und ſpricht:

„Dieſe Zuſammenkunft erweckt eine große Menge von Erinnerungen in mir— ja, das letzte Mal, als ich den Grafen in Indien am Vorabende je⸗ nes verhaͤngnißvollen Tages ſah eeine Pauſe.) Kurz, es war in Indien— es ſind ſeitdem funf⸗ zig Jahre verfloſſen!— funfzig Jahre— wie viele Stunden! wie viele Tage! wie viele Jahre! und wie habe ich ſie angewendet? Hat ſich ſeit dieſer Zeit mein Loos geaͤndert? Wo ſtehe ich jetzt?

(Lange Pauſe.)„Ei! was liegt mir an dieſem Purpur und an dieſer Wuͤrde! Könige knien zu meinen Fuͤßen, meine geheiligte Hand hier auf Er⸗ den kann binden oder loͤſen; man waͤhlt unter mei⸗ nes Gleichen den Nachfolger fuͤr den Thron des heiligen Petrus ich kann einſt Anſpruͤche darauf machen, die chriſtliche Welt geiſtig zu beherrſchen. Wohlan! was iſt alles dieſes fuͤr mich, was habe ich mit dieſer Macht gewonnen, da ſie in mei⸗ nen Augen materiell und vergaͤnglich wie jede menſchliche Gewalt iſt, und ich ein Gluͤck ſuche, das nicht von dieſer Welt iſt?— Alſo bin ich von dem Ziele, nach welchem meine eitlen Wuͤnſche un⸗ aufhörlich ſtreben, eben ſo weit als je entfernt. Der Herr hat ſich fortwaͤhrend vor meinen Augen