Teil eines Werkes 
71.-74. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 9.-12. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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nes erforſchen mußte, welchen er ſich geiſtreich und verſtändig geträumt hatte!

Welche ſchmerzliche Angſt!.. Welche Schuͤch⸗ ternheit in ſeinen Verſuchen!.. Welche Zöger⸗ ung in ſeinen Hoffnungen!.. Welche grauſam aufgehaltenen Freuden, als dieſer arme Vater, miß⸗ trauend ſeiner Parteilichkeit, faſt ungerecht gegen ſeinen Sohn wurdez ſo ſehr fuͤrchtete er, ſich durch eine blinde Liebe hinreißen zu laſſen. Aber man begreife auch, wie groß das unermefliche Gluͤck des Herrn von Cilly war, als er bemerkte, daß ſein Arthur, huͤbſch, flink und lebhaft, der ſchuͤchternen Neugierde ſeines Vaters durch Fragen eines unge⸗ woͤhnlichen, obgleich naiven und kindiſchen Scharf⸗ ſinnes zuvorzukommen und ſie zu beruhigen ſchien.

Denn das, was Herrn von Cilly noch zum glucklichſten der Menſchen machte, war, daß er ſah, wie ſein Sohn die Sprache, den Geiſt und die lie⸗ benswuͤrdige Fröhlichkeit ſeines Alters beſaß, und nicht die einfaͤltige und ernſthafte Haltung, die komiſch vorgeſchrittenen Ideen der kleinen Wunder⸗ kinder, welche im Alter von zehn Jahren den Vor⸗ theil haben, eine anmaßende Geſchmackloſigkeit an den Tag zu lögen, woruber ſie vielleicht im zwan⸗ zigſten Jahre erroͤthet wären, und die dann ein wenig fruͤher oder ſpater Schwachkoͤpfe werden.

Arme Kinder, arme kleine friſche und blonde Koͤpfe ihr, welche einfältige Aeltern unbarmherzig unter großen Greiſenperruͤcken verhuͤllen!