Teil eines Werkes 
67.-70. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 5.-8. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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Religionsthorheiten die Ohren vollſchwatzen; ich will ihm dann alſo antworten: Abbé, finden Sie mir alſo einmal im Koͤrper Etwas auf, was man Hoffnung oder Liebe nennen koͤnnte,— ach! witzig genug will ich dann ſprechen: Wohl finde ich die Leber aber nicht das Leben;— na, laßt mich nur machen, wir werden lachen, aber à propos, kennen Sie ihn, den ſchaͤndlichen Heuchler?“

„Keineswegs! Ich habe ihn nie geſehen; er iſt noch nicht lange hier, und geht nie aus, habe ich mir ſagen laſſen.“

„Alſo auch ſo ein Podagriſt, wie der Anderes“ fuhr der Doctor fort;—„auch ſo ein altes Deo⸗ gratias⸗Vieh? Hal er kann ſich auf ein elendes Le⸗ ben gefaßt machen, der Glatzkopf, da ja vor allen Dingen der Menſch frei iſt, und ſich durch ſolche Thoren ſeine Seele nicht verpfuſchen zu laſſen braucht.“

Da meldete der Kammerdiener:

„Der Herr Abbé von Eilly.“

„Das iſt der Heuchler,“ rief Gédeon mit ſchlauem Blicke, und ſtieß den Lieutenant in die Seite.

Aber als die beiden Geſellen den Mann erblick⸗ ten, der jetzt hereintrat, da wich von ihren Geſich⸗ tern die ſtolze Freudigkeit, und tiefes Staunen trat an ihre Stelle.

Der Abbé von Cilly war ein Mann von un⸗

gefaͤhr dreißig Jahren, hohem und edlen Wuchſe; auf ſeinem blaſſen Antlitz thronte maͤnnliche

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