Teil eines Werkes 
62.-66. Theil, Der Wart-Thurm von Koat-Vën : Roman aus dem Seeleben 1780-1830 : 1.-4. Bändchen (1841) La vigie de Koatven
Entstehung
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In der That ging die Sonne im Weſten hin⸗ ter den Felſen der ſchon in den warmen Abend⸗ duͤnſten gebadeten Inſeln unter, und warf lange rothliche Lichtſtrahlen auf die Wogen zuruck, welche ſich ſanft am Ufer brachen.

Im Norden erhob das Schloß von Kervan ſeine Thurmchen, deren hohe bleibedeckte Spitzen in den letzten Strahlen des Tages blitzten und uͤber die unermeflichen gruͤnen, aber bereits dunkeln Maſſen der Waldungen von Ar⸗Foel⸗Cout her⸗ vorragten.

Im Oſten breiteten ſich lange Wieſen aus, von lachenden lebendigen Hagedornhecken durchſchnitten, die alle Felder der Bretagne abtheilen, und die von tauſend Blumen ſtrahlenden Raſenplätze wurden von den Gebirgen von Arrés mit ihren abſchuͤſſi⸗ gen, mit Eiben und Fichten bepflanzten Haiden umguͤrtet.

Im Suͤden endlich lag Saint⸗Rönan mit ſei⸗ ner gothiſchen Thurmſpitze und ſeinem Glocken⸗ thurm von grauem Stein mit zackiger Zinne; es war ſchon verſchleiert durch die Daͤmmerung und den duͤnnen Nebel, der ſich auf den kleinen Fluß Hel⸗Arr herabſenkte, deſſen kalte und klare Ge⸗ waͤſſer im Grunde dieſes Thales ſanft dahinfloſſen.

Die Frau, von welcher wir ſprachen, war mit einem ſchwarzen Amazonenkleid nach engliſcher Mode bekleidet, welches eine hohe Geſtalt umſchloß, und durch die Bewegung, welche ſie machte, indem ſie