— 251—
Mit der herzzerreißenden Demuth zärtlicher, aber verſchmähter Seelen hielt ſie ſich noch fuͤr zu gluͤck⸗ lich, Florac dem Maͤrtyrerthume oder dem Tode um den Preis ihres eigenen Gluͤckes entreißen zu koͤnnen.
Toinon trocknete deshalb muthig ihre Thränen. „Du mußt Dich auf den Weg machen,“ ſprach ſie zu ſich ſelbſt.„Vorwärts, vorwärts, arme Kleine. Du biſt jetzt allein. Rufe daher alle Huͤlfsquellen
Deines Geiſtes zu Deinem Beiſtande auf. Schöpfe
aus der Aufrichtigkeit Deiner Liebe den Muth und die Kuͤhnheit, die Dir zum Gelingen erforderlich ſind. Rette Tancred, rette Tancred! Und ſtoͤßt er Dich dann als ſeiner unwuͤrdig zuruͤck, und ſtirbſt Du, das Herz durch Verzweiflung gebrochen, indem Du ſeinen Namen ausſprichſt, ſo wird der Tod Dir noch ſüß ſein, denn Du haſt Deine Pflicht gethan.— Widmet er Dir dann eine Thräne des Schmerzes, nennt ſeine Mutter Dich ohne Verachtung, ſo wirſt Du Gott danken, daß er Dir dieſe letzte Belohnung gewaͤhrte!,
Nachdem der Marſchall von Villars ſich lange mit dem Herrn von Baville berathen hatte, kehrte er zu Toinon zuruͤck. Bei der Gefangenſchaft Ta⸗ boureau's und der Pſyche war, wie erwaͤhnt, Mas⸗ carille, als er ſeinen Herrn nicht zuruͤckkehren ſah, nach Montpellier gegangen, und hatte hier den Hän⸗ den des Intendanten den Wagen und die Sachen
———


