Teil eines Werkes 
46.-49. Theil, Die Fanatiker oder Der Religionskrieg in den Cevennen : historischer Roman : 5.-8. Bändchen (1840) Jean Cavalier, ou Les Fanatiques des Cevennes
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 24— den geoͤffnet; gut!— Aber da werden ſie ſchon wieder zugemacht.“

„Was fuͤr Nachrichten bringt der Courier? Gute oder ſchlechte?“ ſagte der Parfuͤmeur ſeuf⸗ zend.„Ach, Gevattern, Gevattern, in was fur ei⸗ ner Zeit leben wir. Aber die Sonne geht hinter dem Thurme von St. Paul unter, und obgleich auf den Straßen von Montpellier nichts zu fuͤrchten iſt, liebe ich es doch, wenn die Nacht anbricht, in meinem Hauſe zu ſein, ſtatt draußen. Täglich fin⸗ det man drohende Anſchläge, ſogar an den Thoren des Herrn Intendanten, angenagelt; es muͤſſen ſich alſo waͤhrend der Nacht Kamiſarden in die Stadt ſchleichen, und da es mir ein Graͤuel wäre, mich einem dieſer Ungeheuer, die ich verabſcheue, gegen⸗ uber zu erblicken, bleibe ich zu Hauſe,“ ſagte ſtolz der Capitain der Buͤrgermiliz, indem er ſich den Schnurbart ſtrich.

„Das kömmt daher, ſeht Ihr wohl, weil Ihr von Natur ſehr feig ſeid, mein Schwiegervater und Capitain; das iſt ganz natuͤrlich, denn Ihr gehört zur Miliz, und da die Mitglieder der Miliz größe⸗ rer Gefahr ausgeſett ſind, als die andern Buͤrger, muͤſſen ſie ſich auch mehrfach fuͤrchten,“ ſagte un⸗ gezwungen Thomas Bignol, der lange geſchwie⸗ gen hatte.

„Hoͤrt mein Schwiegerſohn und Lieutenant,“ rief der Capitain außer ſich, indem er Thomas Bignol vor ſich hertrieb, nich glaube, wenn man

—