ſitzen plaudernd auf einer Bank vor der Thür— Cäcilie
aber wandelt auf dem Wege, welcher das Thal hinauf⸗
führt, ihrem rückkehrenden Manne entgegen. Jetzt bleibt ſie ſtehen— ſie blickt erwartungsvoll in die Ferne, oben, wo der Weg aus dem Walde kommt, bewegt ſich etwas, aber es iſt nicht die Geſtalt eines einzelnen Mannes. Sie erkennt einen Wagen— und dann Robert mit ihren Eltern — ach, wie freudig, wie ſelig fliegt ſie ihnen entgegen— ſie hat nichts, nichts mehr zu wünſchen!
So glaubte ſie in jenem Augenblicke— ſpäter, nach Jahren, als der alte Hegemeiſter und ihr Vater mit ihren Kindern ſpielten, da wußte ſie, daß ſie damals doch noch Wünſche gehabt hatte.——
WMöchteſt Du auch beim S noch einen Blick auf Albernhauſen werfen? Es iſt dort ſtill und unheimlich — der Fürſt iſt mit einer ebenbürtigen Fürſtentochter ver⸗ mählt, die er nicht liebt, wenigſtens nicht mehr liebt und eben ſo leicht vergeſſen würde, wie er Nettchen vergeſſen hat. Nettchen? Denkt noch Jemand an Nett⸗ chen, an die einſt ſo beneidete und angefeindete Ge⸗ mahlin des Fürſten? Das Urtheil im Volke über ſie iſt ein milderes geworden— der Tod verſöhnt— auch
hatte man erkannt, daß ihr Einfluß auf den Fürſten
wenigſtens kein nachtheiliger geweſen war. Sonſt iſt ſie vergeſſen, man ſpricht nicht mehr von ihr.—— Nur die Geheimräthin von Stuhm beſucht faſt täglich
Guſtav vom See. Wogen des Lebens. 11l. 17


