—
nur das Wogen ſeiner Bruſt und die plötzlich aufflackernde und eben ſo ſchnell wieder verſchwindende Röthe auf ſeinen bleichen, eingefallenen Wangen verriethen den Kampf in ſeinem Innern. Die Straße war ganz leer. Sie führte nur nach Monrepos und hatte, obgleich mit großen Koſten gebaut, keinen anderen Zweck, als für den Fürſten eine leichte und angenehme Verbindung nach dieſem ſeinem Lieb⸗ lings⸗Aufenthalte zur Jagdzeit herzuſtellen. Als er nach längerer Zeit ſein Auge, das feſt an dem Boden gewurzelt hatte, aufſchlug, fiel es zufällig auf das gegenüber fehlende Geländer.
Nit immer leidenſchaftlicherem Ausdrucke ſtierte er dar⸗ auf hin, ſeine Hände ballten ſich zuſammen und mit einem wilden Schrei ſprang er auf. Raſch ſchritt er über die Straße fort und betrat den kleinen Raum, welcher ſich am Rande des Abgrundes, von einigen Felszacken unterſtützt, durch das hinunter geſchüttete Gerölle gebildet hatte. Dann fnieete er nieder, lehnte ſich über den Rand des Felſens und blickte in die Tiefe hinab.
Tief— tief— ſprach er dann hohnlächelnd vor ſich hin, indem ſein Auge an der faſt ſenkrechten Felswand bis auf die kleine, ſchmale Wieſe unten hinabglitt; ein tiefer, wunderbar ſchöner Abgrund— ſo tief und ſchön, wie ihr Herz— und eben ſo verlockend, ſich hinab zu ſtürzen, um zu ſterben und zu verderben!
Er erhob ſich, blickte eine Zeitlang ſinnend umher und


